Unterwegs mit dem ersten Vollelektriker von Suzuki. Suzuki eVitara: Fahrbericht. Logbuch TEST.
Jetzt steigt auch Suzuki ins Elektrogeschäft ein. Der eVitara ist der erste von vier Stromern der Marke, die bis 2030 auf den Markt kommen sollen.

Der eVitara ist eine gemeinsame Entwicklung von Suzuki und Toyota. Doch federführend für die beiden Modelle – bei Toyota ist es der Urban Cruiser – waren die Entwickler von Suzuki. Die haben das Auto auf eine komplett neue E-Plattform gestellt. Die Technikbasis bietet die Möglichkeit, das 4,28 Meter lange, 1,80 Meter breite und 1,64 Meter hohe SUV sowohl mit Front- als auch mit Allradantrieb auszurüsten. Zudem stehen mit 49 und 61 kWh zwei Größen der Lithium-Eisenphosphat-Batterie zur Verfügung. In Verbindung mit dem kleineren Akku, der eine WLTP-Reichweite von 344 Kilometer ermöglichen soll, kommt an der Vorderachse ein E-Motor mit einer Leistung von 106 kW/144 PS zum Einsatz.
Im Winter ist es kalt
Die Batterie mit einer Kapazität von 61 kWh ist sowohl für die Allradversion als auch den Fronttriebler zu haben. In diesem Fall arbeitet an der Vorderachse eine E-Maschine mit 128 kW/174 PS, und werden alle vier Räder angetrieben, arbeitet an der Hinterachse zusätzlich ein 48 kW/65 PS starker E-Motor (Systemleistung 135 kW/183 kW). Die Verbrauchswerte sind günstig. Jedenfalls auf dem Papier. 14,9 kWh/100 km (Basisversion) und 16,6 kWh/100 km (Allradler AllGrip) sind vermutlich machbar, wenn der Stromfuß leicht ist und Petrus ein Einsehen hat. Ist es draußen kalt, zum Beispiel im Winter, sieht die Rechnung anders aus. Wir waren dieser Tage bei knackigen Minustemperaturen mit dem Allrad-eVitara unterwegs, der die Nacht zuvor bei zwölf Grad unter Null im Freien gefroren hatte. Und wie es Physik und Chemie wollen: Väterchen Frost ist kein Freund der Traktionsbatterie. Nach etwa 180 Kilometer über Berg und Tal zeigte der Bordcomputer einen Durchschnittsverbrauch von 30 kWh/100 km. Klingt happig, relativiert sich aber beim Blick auf die Vergleichstabelle: 30 kWh entsprechen drei Liter Diesel.
Natürlich steht auch beim Strom-Suzuki die maximale Reichweite zunächst einmal theoretisch auf dem Datenblatt (426 Kilometer Reichweite für den Fronttriebler mit der große Batterie, 395 Kilometer für die Allrad-Variante), in der Praxis ist aber auch dieser Elektrowagen ein Auto für die Freunde der gepflegten Pausen. Apropos: Beim Schnellladen zeigt der eVitara eine schwache Leistung: 55 kW beim kleinen, 68 kW beim großen Akku – bei optimalen Bedingungen dauert der Stopp mindestens 45 Minuten, um den Stromvorrat von zehn auf 80 Prozent zu bringen. Das ist nicht zeitgemäß.
Platz da, auch für die Hinterbänkler

Gute Nachrichten hingegen aus dem Innenraum. Der Radstand von 2,70 Meter bringt vorn wie hinten ordentlich Platz. Auch die Hinterbänkler haben reichlich Raum für die Beine und auch über dem Kopf, und praktisch für den Einsatz im Alltag ist die in der Länge um bis zu 16 Zentimeter verschiebbare Rückbank. Da zudem die hinteren Lehnen im Verhältnis 40:20:40 vorklappbar und auch in der Neigung verstellbar sind, kann das Kofferraumvolumen variabel bis auf 1.052 Liter erweitert werden. Sind alle Plätze besetzt und die Rückbank ist komplett zurückgeschoben, stehen 238 Liter zur Verfügung. Die vorderen Sitze sind gut gepolstert und auch auf der längeren Fahrt bequem. Der Platz am Steuer ist in der Höhe verstellbar, das Lenkrad auch in der Länge.

Das 10,25 Zoll große digitale Cockpit zeigt die wichtigsten Infos für den Fahrer an. Daneben liegt ebenfalls gut einsehbar das zentrale Display mit Navigation in einer Größe von 10,1 Zoll.
Gut: Die Klimaautomatik ist auch über eine separate Schaltleiste bedienbar, und auch für die Lautstärke des Infotainmentsystems gibt es einen manuellen Drehknopf. Smartphones können über Apple CarPlay oder Android Auto kabellos verbunden werden. USB und und USB-C-Anschlüsse gibt es vorne und hinten. In der höchsten Ausstattungsstufe gibt es eine Ladeschale und auch eine elektrische Verstellmöglichkeit für den Fahrersitz.
Unterwegs mit dem Suzuki eVitara zeigt sich, dass die Entwickler bei der Fahrwerksabstimmung dem Komfortgedanken die größte Beachtung geschenkt haben. Einzig ganz kurze Stöße auf schlechten Wegstrecken mag der Suzuki nicht, dann wirkt das Zusammenspiel von Federung und Dämpfung ein wenig hölzern.
Unter 30.000 Euro
Die Basisversion des eVitara kostet 29.990 Euro, für den Allradler in der Topausstattung verlangt Suzuki 42.990 Euro.

Fotos: Suzuki
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Im Winter ist es kalt