12 chinesische Marken

China kommt. Immer mehr chinesische Marken wollen Europa erobern. Ein Überblick über die zwölf chinesischen Marken auf dem deutschen Automobilmarkt.

Die Automobilbranche befindet sich im Wandel, unterschiedliche Antriebsarten, wechselnde politische Klimavorgaben und neue Hersteller haben den Markt auch im Jahr 2025 bestimmt. Das Kraftfahrt-Bundesamt meldet für die ersten elf Monate des aktuellen Jahres insgesamt 2.611.152 PKW-Neuzulassungen in Deutschland, das entspricht einem Plus von 0,7 Prozent zum Vorjahreswert. 66 Marken sind gelistet, 11.383 Zulassungen werden unter „Sonstige Marken“ zusammengefasst. Mit 1.322.664 Fahrzeugen teilen sich die sechs deutschen Marken VW, Mercedes, BMW, Audi, Opel und Porsche die Hälfte der Neuzulassungen — Reihenfolge nach verkaufter Stückzahl. 

Die andere Hälfte der Neuzulassungen teilen sich die restlichen 60 Marken.

Seit diesem Jahr sind in Deutschland zwölf chinesische Marken erhältlich, das sind in Summe zwei neue Player und konkret drei neue Marken im Vergleich zum vergangenen Jahr, denn mit Airways hat sich eine Marke bereits wieder verabschiedet. In den ersten elf Monaten diesen Jahres haben die zwölf China-Marken insgesamt 59.317 Fahrzeuge verkauft, das entspricht einem Marktanteil von 2,27 Prozent und einem Wachstum von 0,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Weder die absolute Zahl noch der Marktanteil sind im Moment also  hoch, allerdings wachsen die zwölf neuen Marken im Gegenteil zu den etablierten Wettbewerbern von Jahr zu Jahr und nehmen diesen bereits wichtige Marktanteile ab. Die hohen Verkaufszahlen entstehen zum einen durch den Aufbau der eigenen Händlerflotten und zum anderen durch Großabnehmer wie Autovermietungen. Das Hauptaugenmerk der Newcomer liegt aktuell darauf, dass die Marken in Deutschland sichtbar sind, be- und erkannt werden. Bestes Beispiel ist die BYD-Werbeoffensive bei der Fußball-Europameisterschaft 2024.

Hier der aktuelle Überblick über die chinesischen Marken auf dem deutschen Automobilmarkt. Nach Verkaufszahlen geordnet.

MG Roewe

MG Marvel R Electric

Mit 23.627 Neuzulassungen ist MG die stärkste chinesische Marke im aktuellen Jahr. Im Vergleich zum Vorjahr verkaufte die Marke in Deutschland 23,6 Prozent mehr Fahrzeuge. MG Motor ist ein für die Globalisierung typisches Firmenkonstrukt. Die Marke MG (Morris Garages) stand acht Jahrzehnte lang für britische Sportwagenkultur, wurde dann nach China verkauft und gehört heute zur Shanghai Automotive Industry Corporation (SAIC Motor), Chinas größtem Automobilhersteller. SAIC produziert seit 40 Jahren Automobile, unter anderem in Joint Ventures mit dem Volkswagen-Konzern und General Motors. 

BYD

BYD Seal

Build Your Dreams. Seit der Werbeoffensive bei der Fußball Europameisterschaft im vergangenen Jahr hat sich die Bekanntheit der chinesischen Marke, die 1995 als Batteriehersteller gegründet wurde, extrem gesteigert. 19.197 verkaufte Fahrzeuge und eine Wachstumsrate von 647,5 Prozent zeigt zwar die Richtung an, in die es gehen soll, allerdings sind solche Sprünge nur wegen überschaubarer Stückzahlen im Vorjahr möglich. BYD hat sein Händlernetz in diesem Jahr von anfangs 26 Standorten auf 150 unterzeichnete Händler- und Servicestandorte ausgebaut. Und ab 2026 gibt es in Deutschland auch die BYD-Premiummarke Denza.

Leapmotor

Leapmotor C10

Leapmotor ist die China-Marke im Stellantis-Konzern, seit November 2024 auch in Deutschland auf dem Markt und mit 6429 verkauften Fahrzeugen bereits auf Platz drei der chinesischen Hersteller. Der Vergleich zum Vorjahr hinkt wegen des späten Markteintritts 2024, hier stehen 5539,5 Prozent Wachstum im Buch. Die Zahlen im kommenden Jahr werden weitaus aussagekräftiger sein. Aktuell stehen zwei Modelle zur Wahl, der C10 und der T03 (Aufmacherbild). Mit dem B10 und B05 folgen Modell Nummer drei und vier in Deutschland.

Smart

Smart #1

Die Marke Smart ist mittlerweile ein 50:50-Joint-Venture von Mercedes und Geely. Firmensitz und Fabrikstandort ist Hangzhou Bay in China. Neu ist auch der Produktansatz: Stadtauto-Gene raus, Elektrotechnik rein. 4096 verkaufte Fahrzeuge bedeuten ein Minus von 65,6 Prozent — negativer Spitzenreiter bei der Entwicklung der Verkaufszahlen unter den chinesischer Marken.

XPeng

Nach etwas mehr als einem Jahr feiert XPeng im Dezember 3.000 Auslieferungen in Deutschland, davon wurden 2565 Fahrzeuge im Jahr 2025 verkauft. XPENG ist seit Sommer 2024 in Deutschland aktiv und bietet zwei SUV und eine Limousine an: XPENG G6, G9 und P7.

GWM

GWM Ora

Unter dem Markendach Great Wall Motor (GWM) fahren in verschiedenen Ländern verschiedenste Modelle und Automarken. In Deutschland geht GWM aktuell mit den Marken ORA und WEY an den Start, ab Januar 2026 folgt der Marktstart der Marke HAVAL. GWM verfolgt laut eigenen Aussagen eine neue Produktstrategie. Kern ist „nicht nur die Ausweitung des Modell- und Antriebsangebotes vom klassischen Verbrennern über Hybridantriebe bis hin zu rein elektrischen Fahrzeugen, sondern auch die Einführung von Fahrzeugen mit einem besonders attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis.“ Das Ziel ist klar: „Die dauerhafte Etablierung der Marke GWM auf dem deutschen und europäischen Markt.“

Lynk & Co

Lynk & Co 02

Lynk & Co wurde 2016 in Göteborg gegründet und ist eine Tochter des chinesischen Herstellers Geely. Die Marke bezeichnet sich selbst als „innovativer Anbieter moderner Mobilitätslösungen“ und bietet in Deutschland aktuell drei Modelle an.

Nio

Nio ET5

Ein Alleinstellungsmerkmal der Marke sind die Nio-Swap-Stationen. Hier wird der komplette Akku in gerade einmal fünf Minuten vollautomatisch gewechselt. In Deutschland gibt es mittlerweile 17 dieser Wechselstationen. Bei der diesjährigen IAA hat Nio seine Submarke Firefly vorgestellt.

Maxus

Maxus T90EV

Maxus gehört zum chinesischen SAIC-Konzern, Kerngeschäft der Marke sind leichte Nutzfahrzeuge. Mit dem Euniq 6 und und dem MIFA 9 hat die Marke in Deutschland aber auch Personenwagen im Programm.

Chery: Omoda und Jaecoo

Im kommenden Jahr gibt Chery sein Deutschlanddebut mit den Marken Jaecoo und Omoda — bereits jetzt sind erste Fahrzeuge auf dem deutschen Markt. Chery hat seine Fahrzeuge auch auf der diesjährigen IAA in München vorgestellt und erste Testfahrten angeboten.

Deepal

Deepal ist eine Tochtergesellschaft des chinesischen Automobilherstellers Changan. In Deutschland sind aktuell zwei Modelle erhältlich: Deepal S05 und S07.

Fotos: Hersteller

 

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Franziska Weber