Cadillac is back

Drei Modelle, Elektroantrieb und ein großer Name. Die US-Luxusmarke Cadillac ist jetzt auch in Deutschland wieder offiziell am Start.

Fällt der Name Cadillac denkt man auch heute noch an Straßenkreuzer mit gigantischen Heckflossen, opulenten Chromelementen, unendlichen Proportionen und Präsidenten-Limousinen. Doch exakt dieses Image mit großen V8-Motoren waren sowohl während der Ölkrise, als auch in den 1990er Jahren ein schwieriges Geschäftsmodell. 

Der US-amerikanische Luxushersteller überlebte die Krise dank seines ersten Geländewagens, dem Cadillac Escalade. Der Escalade kam 1998 dank BadgeEngieneering (GMC Yukon Denali) nach nur zehnmonatiger Entwicklungszeit auf den Markt und wurde entgegen aller Expertenmeinungen zum großen Erfolg. Musik-Größen wie Jay-Z, 50 Cent und Jennifer Lopez machten den Escalade auch durch Auftritte in Musikvideos zum Statussymbol. 

Ein Vierteljahrhundert später geht Cadillac erneut einen neuen Weg, in Europa verkauft der US-Luxushersteller ausschließlich Elektrofahrzeuge. Aktuell haben die Kunden die Wahl zwischen drei Elektro-SUV: Cadillac Lyrik, Optiq und Vistiq. 

Seit 2024 ist Cadillac zurück auf dem deutschen Markt. Zuerst mit zwei Cadillac-Stores in Frankfurt und Hamburg. Jetzt stellt die Marke den Vertrieb um und setzt auf klassische Autohäuser. Aktuell gibt es fünf Cadillac-Händler in Berlin, Billerbeck (Münster), Dietzenbach (Frankfurt), Hamburg und Mönchengladbach. Ein sechster Standort in Süddeutschland soll zeitnah folgen. 

„Cadillac interpretiert amerikanischen Lifestyle auf moderne und zukunftsgerichtete Weise – damit ist die Marke auf dem deutschen Automobilmarkt einzigartig“, sagt Artan Statovci, Geschäftsführer der Brass Gruppe, die Cadillac im Rhein-Main-Region vertreibt. „Wir freuen uns, gemeinsam mit Cadillac ein neues Kapitel aufzuschlagen. Dabei möchten wir Kundinnen und Kunden ansprechen, die Wert auf Qualität, ein außergewöhnliches elektrisches Fahrgefühl und eine ganz besondere Premium-Anmutung legen.“ 

Cadillac is back.

In Deutschland sind die Verkaufszahlen aktuell überschaubar, in den ersten neun Monaten 2026 verkaufte die US-amerikanische Marke 50 Fahrzeuge. Die Nische für Luxushersteller wie Cadillac ist stückzahltechnisch sicher auch weiterhin überschaubar, allerdings profitiert die neue alte Marke sicher davon, dass sie mit einem bekannten Markennamen auftritt. „Kommen Sie vorbei und überzeugen Sie sich bei einer Probefahrt“, sagt Statovci. „Und dann fehlt nur noch Ihre Unterschrift.“ Klingt ganz einfach. Aber der Autohaus-Geschäftsführer hat Recht, nicht nur in Bezug auf Cadillac, sondern in Bezug auf Elektroautos im Allgemeinen. Die Industrie/Hersteller müssen die Leute in die Autos bringen, die Elektrofahrzeuge werden die Kunden dann selbst überzeugen.

Ein kurzer Blick zurück: Die US-amerikanische Luxusmarke Cadillac wurde im Jahr 1902 von Henry M. Leland in Warren/Detroit gegründet, bereits seit 1909 ist Cadillac Teil von General Motors. Namensgeber ist der französische Entdecker Antoine Laumet de La Mothe, Sieur de Cadillac, der Detroit im Jahr 1701 gegründet hat. Auch das ursprüngliche Cadillac-Emblem ist von dessen selbst entworfenen Familienwappen inspiriert, seitdem hat sich das Logo stetig weiterentwickelt. Die neueste Version ist einfarbig, das dezente Logo soll laut Hersteller auf die vollelektrische Zukunft des Automobilherstellers hinweisen.

Der günstigste Cadillac auf dem deutschen Markt ist der Optiq, Basispreis 57.500 Euro. Dafür gibt es eine 75-kWh-Traktionsbatterie, 207 kW (281 PS) Leistung, Allradantrieb, im Idealfall 425 Kilometer Reichweite und eine nahezu komplette Serienausstattung. 

 

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Franziska Weber