Zum Beispiel Changan

China kommt. Die motorfuture-Serie stellt in unregelmäßigen Abständen die neuen Wettbewerber auf dem Automobilmarkt vor. Heute: Changan.

China kommt. Damit haben sich die globalen Märkte abgefunden. Doch was kommt aus China? Und ist es qualitativ gut genug, die etablierten Industrien des Westens abzulösen? Die Antwort ist einfach: Die Chinesen haben das, was sie vorgefunden haben, in vielen Bereichen schon verbessert. Alte Expertise neu gedacht. Dazu ein Millionenheer perfekt ausgebildeter Nachwuchskräfte. Und gute Standortbedingungen: vergleichsweise günstige Arbeitsmarktstrukturen, billige Energie. Schließlich ein riesiger Binnenmarkt, der sich im Zweifelsfall selbst genügt.

Doch zunächst einmal basiert das Reich der Mitte auf einer Handelskultur, die Jahrtausende zurück reicht. Und es lebt ein erstaunliches System. Die von den Gesetzen des Geldes geprägte Wirtschaft wird von den Gremien der Kommunistischen Partei Chinas (KPCh) gesteuert und geführt – mal an der langen, mal an der kurzen Leine, aber stets mit verbindlichen Vorgaben. Das schafft kurze und schnelle Entscheidungswege, die im Zweifelsfall ebenso rasch revidiert werden können. China ist im Gegensatz zu den liberalen Demokratien des Westens konsequent flexibel. Das gefällt Kritikern nicht. Aber China geht seinen Weg.

Eine der Schlüsselbranchen der chinesischen Wirtschaftspolitik ist die Automobilindustrie. Die Branche schafft viele Arbeitsplätze, bedient die Konsumbedürfnisse der Bevölkerung und trifft auf einen globalen Markt der Extraklasse: rund 80 Millionen weltweit produzierte Fahrzeuge brachten im vergangenen Jahr einen Gesamtumsatz von 2,75 Billionen US-Dollar. Tendenz steigend. Für das Jahr 2030 prognostizieren Experten einen globalen Branchenumsatz von 3,25 Billionen US-Dollar.

China steuert bereits eine globalen Marktanteil von gut 42 Prozent bei: 34 Millionen produzierte Automobile in 2025. Kein Wunder, dass die chinesischen Hersteller ihre Absatzchancen verstärkt auch auf Exportmärkten suchen.

Zum Beispiel Changan

Changan produziert seit 40 Jahren in

  • 40 Werken in China.
  • Die Firmenzentrale befindet sich in Chongqing. Die Stadt hat 32 Millionen Einwohner und siedelt auf einer Fläche von rund 82.000 Quadratkilometern (zum Vergleich: Gesamtfläche Belgien, Niederlande und Luxemburg knapp 75.000 Quadratkilometer).
  • Jahresproduktion und -absatz global: 2,913 Millionen Einheiten verkaufte Fahrzeuge in 2025. Im Vergleich zum Vorjahr 2024 entspricht das einem Plus von 7,23 Prozent.
  • Changan beschäftigt weltweit rund 80.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Changan in Deutschland
  • Sitz der Deutschland-Zentrale ist München, die Europa-Zentrale sitzt in Amsterdam.
  • Zu Absatzzahlen in Deutschland und Europa will sich das Unternehmen aktuell nicht äußern.
  • Momentan, Stand Juli 2026, sind in Deutschland fünf Changan-Modelle auf dem Markt, ein weiteres Modell ist für Ende des Jahres 2026 geplant.
  • Außerdem konkret in Planung ist der Markteintritt der Marke Avatr.
  • Bis 2030 plant Changan in Europa ein Investitionsvolumen von „mehr als 2 Milliarden Euro“. Die geplante „Investition umfasst die Markenentwicklung, den Betrieb und die Produktionskapazitäten“ und Arbeitsplätze für zunächst „mehr als 1000 lokale Mitarbeiter“.
  • Mittelfristig sieht Changan „120 Points of Sales als Voraussetzung, die nötige Abdeckung in Deutschland zu gewährleisten“.

 

Changan-Fabrik- und Fertigungspläne in Europa?
  • Eine Fertigung in Europa existiert momentan nicht, ist aber geplant.

 

Unser Aufmacherbild: Changan Deepal S05 Foto: Changan

Zum Beispiel GWM

Redaktion