Die Bundesregierung hat zu Beginn des Jahres das neue Modell der E-Auto-Prämie vorgestellt, das Antragsportal soll nach Angaben des Bundesumweltministeriums „voraussichtlich im Mai“ endlich online gehen. Hersteller bieten zusätzliche Förderungen an. Die Kombination bringt unter dem Strich spannende Angebote. Überblick.
Im ersten Quartal 2026 wurden in Deutschland 699.404 Pkw zugelassen, 235.750 der Neuwagen waren mit einem Elektroantrieb (Battery Electric, Plug-in, Brennstoffzelle) ausgestattet, 159.630 der Fahrzeuge sind reine Elektroautos. Der Anteil der Vollelektriker lag somit bei 22,8 Prozent des Gesamtzulassungsvolumens (plus 41,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum), gut jede fünfte Neuzulassung im ersten Quartal 2026 war also ein vollelektrisches Auto. Und: Das Gros der Hersteller meldet bei den Vollelektrikern ein Zulassungsplus.
Steigende Benzinkosten, günstige Versteuerung oder neue Förderungen — die Gründe der steigenden Verkaufszahlen sind vielfältig. Ende Januar hat die Bundesregierung das neue Modell der E-Auto-Prämie vorgestellt, das Förderprogramm für E-Autos und Plug-in-Hybride gilt auch rückwirkend für alle E-Auto-Käufe ab dem 1. Januar 2026. „Voraussichtlich im Mai“, verspricht das Bundesumweltministerium, soll das Antragsportal online gehen. Genau genommen also in den kommenden Tagen. Dann können Privatpersonen die Anträge für die E-Auto-Prämie stellen.
Drei Milliarden Euro
Diesmal spielt das zu versteuernde Haushaltseinkommen die entscheidende Rolle bei der Höhe der Fördersumme, außerdem sind nur Privatpersonen und Neuzulassungen förderungsfähig. Insgesamt stellt die Bundesregierung drei Milliarden Euro zur Verfügung, das soll für die Förderung von 800.000 Fahrzeugen im Zeitraum von 2026 bis 2029 reichen. „Das ist ein starker Anschub für die Elektromobilität in Deutschland. Und es ist ein Anschub für unsere heimische Automobilwirtschaft, die starke Elektroautos im Angebot hat“, sagt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).
1500 Euro bis 6000 Euro
Die Höhe der individuellen Förderung variiert nach Antriebsart und zu versteuerndem Einkommen von minimal 1500 Euro (PHEV, Plug-in-Hybrid-Vehicle) bis maximal 6000 Euro (BEV, Battery Electric Vehicle). Alle E-Autos sind förderfähig, Plug-in-Hybride dürfen entweder nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometer bieten. Und ab dem 1. Juli 2027 wird es für Plug-in-Hybride eventuell andere Rahmenbedingungen geben. Alle geförderten Fahrzeuge müssen 36 Monate im Besitz bleiben. Gefördert werden sowohl der Kauf als auch das Leasing von Pkw.
Drei Staffeln
Aber zurück zu den Förderkonditionen: Private Haushalte, die ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 80.000 Euro bzw. 85.0000 Euro (ein Kind) und 90.000 Euro (zwei Kinder) haben, sind förderfähig. Die Staffelung erfolgt in drei Schritten: bis maximal 80.000 Euro Jahreseinkommen erhalten E-Neuwagenkäufer 3000 Euro (PHEV: 1500 Euro), bis 60.000 Euro Einkommen 4000 Euro (PHEV: 2500 Euro) und bis 45.000 Euro Einkommen 5000 Euro (PHEV: 3500 Euro) aus dem Fördertopf. Zusätzlich gibt es für bis zu zwei Kinder bis 18 Jahre einen Bonus: Die höchste Einkommensgrenze steigt für bis zu zwei Kinder je Kind um 5000 Euro auf maximal 90.000 Euro. So erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 90.000 Euro pro Jahr die Förderung. Hinzu kommt ein Kinderbonus von 500 Euro je minderjährigem Kind, maximal aber 1000 Euro pro Haushalt.
Ein Haken ist, dass der Förderungsantrag erst nach dem Kauf gestellt werden kann und die Prüfung und Bewilligung ebenfalls erst danach erfolgt. Die Förderung kann rückwirkend zum 1. Januar 2026 gestellt werden. Für den Antrag müssen die letzten beiden Einkommenssteuererklärungen eingereicht werden, die maximal drei Jahre alt sein dürfen. Der Durchschnitt dieser beiden Bescheide ergibt das zu versteuernde Einkommen und damit die Höhe der Förderprämie. Wer Kinder unter 18 Jahren hat, muss das mit dem Kindergeldnachweis der Familienkasse nachweisen, bei Plug-in-Hybriden muss die EU-Konformitätsbescheinigung des Fahrzeugs eingereicht werden. Die Identifizierung bei der Antragstellung erfolgt über BundID, Antragsteller benötigen entweder ein ELSTER-Zertifikat oder einen aktivierten Online-Personalausweis.
Achtung, Schnäppchenalarm: zusätzliche Hersteller-Angebote
Zusätzlich zur staatlichen Förderung bieten einige Hersteller eigene E-Auto-Förderungen an, der Einstieg in die Elektromobilität wird dadurch partiell sehr erschwinglich. Die Angebote gelten für alle Käufergruppen — Privatpersonen, die die Prämie bekommen, Privatpersonen, die die Prämie nicht bekommen und Geschäftskunden — und bieten in Verbindung mit der möglichen Kaufprämie lukrative E-Auto-Angebote.
Besondere Leasing- und Finanzierungsangebote gibt es bei Alfa, Audi, DS, Leapmotor, Porsche, Toyota und Volvo. Zusätzlich Prämien gibt es bei Citroën, Great Wall Motor, Mitsubishi, MG, Nissan, Opel, Peugeot, Polestar, Skoda und VW.
Durch die maximale Kombination beider Prämienangebote sparen E-Auto-Kunden aktuell bis zu 12.000 Euro. Und der Einstieg in die E-Mobilität beginnt bereits bei 8140 Euro.
Im Folgenden die Marktübersicht der Hersteller, alphabetisch geordnet, die auf unsere Anfrage geantwortet haben.
Alfa Romeo: Null-Prozent-Finanzierung

„Abgesehen von attraktiven Leasing Konditionen beim Junior BEV haben wir vor allem beim Junior BEV eine Null-Prozent-Finanzierung, die die Kund:innen in Kombination mit der staatlichen Förderprämie gerne nutzen, damit sie als Kunden von der Förderung profitieren und das Fahrzeug nach Ablauf des Vertrages im Gegensatz zum Leasing Ihnen gehört“, sagt eine Konzernsprecherin.
Audi

„Wir bieten für unsere Audi e-tron und ehybrid Modelle attraktive Leasing-/ und Finanzierungskonditionen an. Genauere Informationen und Angebote erhalten unsere Kundinnen und Kunden bei unseren Audi Partnern“, sagt eine Sprecherin des Unternehmens.
Citroën: ë-C3 ab 8140 Euro

Bei Kauf oder Leasing eines PKW-Elektro-/Plug-in-Hybrid-Neufahrzeuges erhalten alle Privatkunden eine Citroën-Händler-Förderprämie in Höhe von 3000 Euro. Ist der Kunde für eine höhere staatliche Förderprämie berechtigt, verdoppelt Citroën den Betrag. Die maximale Prämie beträgt für Citroën-Kunden dadurch 12.000 Euro. Hierfür muss der Kunde bei Kaufvertragsabschluss dem Händler die gleichen Nachweise vorlegen wie bei der staatlichen Förderprämie. Der Citroën ë-C3 (Bild) mit kleinstem Akku und Antrieb kostet bei maximaler Förderung in der Basisausstattung also gerade mal 8140 Euro.
DS Automobiles

Bei DS setzt man bis zum 30. Juni 2026 auf neue Leasingangebote: Der DS N°4 E-Tense PALLAS (ab 46.490 Euro) kann für 48 Monate ab 225 Euro pro Monat geleast werden — Leasingsonderzahlung 9650 Euro, Laufleistung 10.000 Kilometer pro Jahr.
Great Wall Motor (GWM): 5500 Euro auf Plug-in-Hybride

GWM gibt auf die Plug-in-Hybride WEY 03 und WEY 05 einen zusätzlichen Aktionsnachlass von 5500 Euro. Bei zusätzlicher Inanspruchnahme der staatlichen E-Auto-Prämie in Höhe von bis zu 4500 Euro, ergibt sich ein Gesamtvorteil von bis zu 10.000 Euro gegenüber der unverbindlichen Preisempfehlung. Der Aktionsrabatt gilt bei teilnehmenden Händlern bis zum 30. Juni 2026.
Leapmotor: 39 Cent Leasingrate

Unter dem Motto „Mehr E für D – Ich Leaps“ bietet Leapmotor Leasingangebote an. Den T03 gibt es zum Beispiel ab 49 Euro pro Monat — 4250 Euro Anzahlung, 36 Monate Laufzeit, 10.000 Kilometer Laufleistung pro Jahr. Oder zu Ende gedacht und gerechnet: Besteht der Familienanspruch auf die volle Berliner E-Auto-Prämie in Höhe von 6000 Euro, bleiben nach der Leasing-Sonderzahlung 1750 Euro für die Leasingraten. Das sind bei 36 Monaten Laufzeit 48,61 Euro im Monat. Weil Leapmotor aber 49 Euro berechnet, bleibt für die Familie ein Differenzbetrag von 39 Cent im Monat. Dafür gibt es mit dem T03 ein fabrikneues Elektroauto.
Mitsubishi: bis zu 5500 Euro

Mitsubishi bietet aktuell Preisvorteile von bis zu 5500 Euro auf die komplette Modellpalette, das Angebot gilt für alle Kunden. Beim Kauf des Vollelektrikers Eclipse Cross sparen Kunden 4000 Euro, beim Plug-in-Hybrid Outlander die Höchstsumme von 5500 Euro. In Kombination mit der Förderprämie können Kunden beim Mitsubishi Eclipse Cross bis zu maximal 10.000 Euro sparen.
MG: 4500 Euro und 6000 Euro

Bis zum 30. Juni 2026 sparen MG-Kunden im Rahmen der „Bonus-Wochen“ beim Kauf eines vollelektrischen Modells 6000 Euro und bei Plug-in-Hybriden 4500 Euro. Unabhängig von der staatlichen Förderung. Kunden können so bis zu maximal 12.000 Euro beim Kauf eines vollelektrischen MG-Modells und bis zu 9000 Euro bei einem Plug-in-Hybrid sparen. „Elektromobilität darf keine Frage des Geldbeutels sein. Deshalb profitieren bei uns alle Kundinnen und Kunden von unserem Bonus – unabhängig von staatlicher Förderung“, sagt MG-Vertriebsdirektor Oliver Rittierodt: „Und wer zusätzlich Anspruch darauf hat, spart eben noch mehr. So wird der Umstieg für deutlich mehr Menschen möglich.“
Nissan: bis zu 5000 Euro

Nissan gibt je nach Modell einen Herstellerbonus in Höhe von bis zu 5000 Euro, das Angebot gilt für Privatpersonen bis zum 30. Juni 2026. Zusammen mit dem maximalen staatlichen Förderbetrag summiert sich der Nachlass damit je nach Modell, individueller Förderfähigkeit und Erfüllung der gesetzlichen Voraussetzungen auf bis zu 11.000 Euro. 3900 Euro Nissan-Bonus gibt es für die Finanzierung des Nissan Micra (Bild oben), 5000 Euro für das Nissan Leaf-Leasing und 1200 Euro für den Nissan Townstar EV Kombi.
Opel: 5000 Euro plus Wallbox

Im Zusammenhang mit der anstehenden Öffnung des Antragsportals für die staatliche E‑Auto‑Prämie bieten Opel und die teilnehmenden Handelspartner aktuell eine Elektro‑Prämie in Höhe von 5000 Euro an. Diese gilt beim Kauf oder bei der Finanzierung nicht bereits zugelassener und ausgewählter Elektro‑Neuwagen, konkret für Corsa Electric, Mokka Electric, Frontera Electric, Astra Electric, Astra Sports Tourer Electric und Grandland Electric. Das Angebot richtet sich an Privatkunden, ist gültig bis zum 30. Juni 2026 und wird als Nachlass gewährt (keine Barauszahlung). Es ist nicht mit Leasing kombinierbar und gilt bei allen teilnehmenden Opel‑Partnern.
Zusätzlich ist im Rahmen der Aktion „Opel Electric All In“ für Privatkunden die eProWallbox Move (Wert: 649 Euro) Bestandteil des Angebots.
Peugeot: maximal 5000 Euro

Peugeot bietet beim Kauf von Elektrofahrzeugen einen Preisnachlass von minimal 2500 Euro bis maximal 5000 Euro — der Nachlass ist modellabhängig. Beim Kauf von Plug-in-Hybriden variiert der Bonus zwischen 2400 und 2600 Euro. „Die neue Förderregelung ist ein starkes Signal für die Elektromobilität und erleichtert vielen Menschen den Einstieg in eine nachhaltige Form der Mobilität“, sagt Peugeot-Deutschland-Chef Vincent Ricoux: „Unser Ziel ist klar: Elektromobilität soll einfach, attraktiv und für alle erreichbar sein. Umso besser, dass unsere Modelle bereits kurzfristig verfügbar sind und der Umstieg sofort gelingen kann.“
Polestar: 2000 Euro

Beim Kauf oder der Finanzierung des Polestar 4 gibt es bis zum 30. Juni 2026 einen Nachlass von 2000 Euro. Ab sofort heißt das Modell offiziell Polestar 4 Coupé, neben dem Namen wurde auch das Fahrwerk aktualisiert.
Porsche

„Wir haben für die Baureihen Macan, Cayenne und Taycan attraktive Leasing-/ und Finanzierungskonditionen, die wir gemeinsame mit der Porsche Financial Services und unseren Handelspartnern anbieten. Ein konkretes Angebot erhalten Porsche Kunden und Interessenten in den Porsche Zentren“, sagt eine Konzernsprecherin.
Skoda

Bei Skoda gibt es den E-XTRA-Bonus. Unter dem Slogan „Mehr E für weniger €!“ können teilnehmende Händler individuell festlegen, wie hoch der Bonus ist.
Toyota: Null-Prozent-Finanzierung

Toyota bietet für alle Vollelektriker aktuell eine Null-Prozent-Finanzierung an.
Volvo: Null-Prozent-Fianzierung

Volvo bietet Leasing- und Finanzierungsangebote für Privat- und Geschäftskunden an. Der Volvo EX30 (Bild oben) ist zum Beispiel mit einer Null-Prozent-Finanzierung am Start. Alternativ gibt es ein Leasingangebot ab 199 Euro pro Monat — 48 Monate Vertragslaufzeit, Laufleistung pro Jahr 5000 Kilometer, Leasing-Sonderzahlung 3000 Euro.
VW: bis zu 5000 Euro

Volkswagen bietet weiterhin eine Prämie von bis zu 5000 Euro beim Kauf eines vollelektrischen Modells der ID-Familie – unabhängig von der staatlichen E-Autoförderung. Das Angebot gilt bis 30. Juni 2026 für private und gewerbliche Einzelkunden bei Kauf oder Finanzierung eines ID-Neuwagens (Bestell- und Lagerfahrzeuge). Für gewerbliche Einzelkunden gilt: Die Kaufprämie reduziert nicht den zur etwaigen Besteuerung zu veranlagenden Brutto-Listenpreis des Fahrzeugs.
Unser Aufmacherbild und unten: MG Cyberster, Vollelektriker aus China, zweisitziger Roadster in der ursprünglichen Markentradition

