Die Bundesregierung hat ihr neues Modell für die Förderprämie E-Autos vorgestellt, Hersteller bieten zusätzliche Förderungen an. Die Kombination bringt unter dem Strich spannende Angebote. Ein Überblick.
Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland insgesamt 2.857.591 Pkw zugelassen, davon waren 545.124 vollelektrische Fahrzeuge und 311.398 Plug-in-Hybride. Beide Antriebsarten verzeichnen bei den Zulassungszahlen ein klares Plus im Vergleich zum Jahr 2024, konkret sind es 43,2 Prozent bei den Vollelektrikern und 62,3 Prozent bei den Plug-in-Hybriden. Trotzdem hinkt die Nachfrage dem Angebot und den gesetzten Zielen weiterhin weit hinterher. Die Bundesregierung will das mit der neuen Förderprämie E-Autos ändern. Staatlich unterstützt werden auch Plug-in-Hybride. „Wir wollen mit diesem Förderprogramm etwas für die Umwelt tun, für unsere europäische Automobilindustrie und für die Haushalte, die sich ohne Unterstützung noch kein Elektroauto leisten konnten“, sagt Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD).
Drei Milliarden Euro
Diesmal spielt deshalb das zu versteuernde Haushaltseinkommen die entscheidende Rolle bei der Höhe der Fördersumme, außerdem sind nur Privatpersonen und Neuzulassungen förderungsfähig. Insgesamt stellt die Bundesregierung drei Milliarden Euro zur Verfügung, das soll geschätzt für die Förderung von 800.000 Fahrzeugen im Zeitraum von 2026 bis 2029 reichen. „Das ist ein starker Anschub für die Elektromobilität in Deutschland. Und es ist ein Anschub für unsere heimische Automobilwirtschaft, die starke Elektroautos im Angebot hat“, sagt Schneider.
1500 Euro bis 6000 Euro
Die Höhe der individuellen Förderung variiert nach Antriebsart und zu versteuerndem Einkommen von minimal 1500 Euro (Plug-in-Hybrid) bis maximal 6000 Euro (BEV). Alle E-Autos sind förderfähig, Plug-in-Hybride dürfen entweder nicht mehr als 60 Gramm CO2 pro Kilometer ausstoßen oder müssen eine elektrische Reichweite von mindestens 80 Kilometer bieten. Und ab dem 1. Juli 2027 wird es für Plug-in-Hybride eventuell andere Rahmenbedingungen geben. Alle geförderten Fahrzeuge müssen 36 Monate im Besitz bleiben. Gefördert werden sowohl der Kauf als auch das Leasing von Pkw.
Drei Staffeln
Aber zurück zu den Förderkonditionen: Private Haushalte, die ein zu versteuerndes Einkommen von maximal 80.000 Euro bzw. 85.0000 Euro (ein Kind) und 90.000 Euro (zwei Kinder) haben, sind förderfähig. Die Staffelung erfolgt in drei Schritten: bis maximal 80.000 Euro Jahreseinkommen erhalten E-Neuwagenkäufer 3000 Euro (PHEV: 1500 Euro), bis 60.000 Euro Einkommen 4000 Euro (PHEV: 2500 Euro) und bis 45.000 Euro Einkommen 5000 Euro (PHEV: 3500 Euro) aus dem Fördertopf. Zusätzlich gibt es für bis zu zwei Kinder bis 18 Jahre einen Bonus: Die höchste Einkommensgrenze steigt für bis zu zwei Kinder je Kind um 5000 Euro auf maximal 90.000 Euro. So erhalten Haushalte mit einem zu versteuernden Einkommen von bis zu 90.000 Euro pro Jahr die Förderung. Hinzu kommt ein Kinderbonus von 500 Euro je Kind, maximal aber 1000 Euro pro Haushalt.
Ein Haken ist, dass der Förderungsantrag erst nach dem Kauf gestellt werden kann und die Prüfung und Bewilligung ebenfalls erst danach erfolgt. Die Förderung kann rückwirkend für den Kauf von Neuwagen ab dem 1. Januar 2026 gestellt werden, das Onlineportal soll ab dem 1. Mai 2026 offen sein. Für den Antrag müssen die letzten beiden Einkommenssteuererklärungen eingereicht werden, die maximal drei Jahre alt sein dürfen. Der Durchschnitt dieser beiden Bescheide ergibt das zu versteuernde Einkommen und damit die Höhe der Förderprämie.
Achtung, Schnäppchenalarm: zusätzliche Hersteller-Angebote
Zusätzlich zur staatlichen Förderung bieten einige Hersteller eigene E-Auto-Förderungen an, der Einstieg in die Elektromobilität wird dadurch partiell sehr erschwinglich. Die Angebote gelten für alle Käufergruppen — Privatpersonen, die die Prämie bekommen, Privatpersonen, die die Prämie nicht bekommen und Geschäftskunden — und bieten in Verbindung mit der möglichen Kaufprämie lukrative E-Auto-Angebote.
Während Kia, Opel und Porsche besondere Leasingangebote bewerben, gibt es bei XPeng und Subaru attraktive Finanzierungsangebote, zusätzlich bietet XPeng eine Eintauschprämie an und Subaru hat für sofort verfügbare Fahrzeuge einen Umweltbonus im Programm. Volkswagen, Citroën, Dacia und Ford bieten zusätzliche Prämien beim Kauf von E-Autos an. Durch die maximale Kombination beider Prämienangebote ist der Einstieg und die Elektromobilität ab sofort ab 5.900 Euro möglich. Die maximale Förderprämie von Hersteller und Bundesregierung beträgt aktuell 12.000 Euro.
Im Folgenden die Marktübersicht der Hersteller, alphabetisch geordnet, die auf unsere Anfrage geantwortet haben. Zusätzlich listen wir die Angebote von drei Herstellern, die wir aus Pressemitteilungen übernommen haben.
Citroën
Bei Kauf oder Leasing eines PKW-Elektro-/Plug-in-Hybrid-Neufahrzeuges erhalten alle Privatkunden eine Citroën-Händler-Förderprämie in Höhe von 3000 Euro. Ist der Kunde für eine höhere staatliche Förderprämie berechtigt, verdoppelt Citroën den Betrag. Die maximale Prämie beträgt für Citroën-Kunden dadurch 12.000 Euro. Hierfür muss der Kunde bei Kaufvertragsabschluss dem Händler die gleichen Nachweise vorlegen wie bei der staatlichen Förderprämie. Das Angebot ist bis zum 31.03.2026 gültig.
Dacia

Dacia bietet einen 5000-Euro-Elektrobonus auf den Kauf eines neuen Spring (Bild oben). Das Angebot gilt bis zum 28.02.2026 für Kauf-, Finanzierungs- und Leasingverträge. Mit dem 5000-Euro-Bonus ist der Einstiegs-Spring ab 11.900 Euro erhältlich. Für Kunden, die zusätzlich die maximale Bundes-Förderung in Höhe von 6000 Euro erhalten, gibt es den Spring aktuell also ab 5900 Euro.
Ford

Ford bietet einen Bonus in Höhe von 5000 Euro für den Puma Gen-E (Bild oben), den Explorer, den Capri, den Kuga Plug-in-Hybrid und den Mustang Mach-E – unabhängig davon, ob Kunden für das staatliche E-Auto-Förderprogramm berechtigt sind oder nicht. Maximal können Ford-Kunden beim Kauf eines Elektromodells also bis zu 11.000 Euro sparen.
Kia

Kia bietet mit den sogenannten Starter-Deals besondere Leasingraten zum Jahresstart. Der vollelektrische EV4 (Bild oben) kann ohne Anzahlung ab 269 Euro pro Monat geleast werden. Beim EV3 starten die Leasingraten bei 289 Euro pro Monat. Die Laufzeit beträgt jeweils 48 Monate mit einer Gesamtlaufleistung von 20.000 km. „Als Mobilitätsanbieter mit einer der umfangreichsten EV-Modellpaletten im deutschen Markt haben wir für nahezu alle Kundenbedürfnisse das richtige Elektrofahrzeug im Angebot. Dabei kommen mit dem Einstiegs-SUV EV2 und dem Kompaktwagen EV4 zwei der für die Zielgruppe des Bundesumweltministeriums relevantesten Modelle aus europäischer Produktion“, sagt Kia Deutschland-Geschäftsführer Thomas Djuren. „Wir sind davon überzeugt, dass das Programm zur Belebung des EV-Marktes und zur Steigerung des Anteils vollelektrischer Fahrzeuge an den Zulassungen beitragen wird.“
Mercedes
„Wir bieten unsere Kundinnen und Kunden attraktive Produkte, die wir zu marktgerechten Preisen und Konditionen anbieten. Sonderaktionen für Elektro-Modelle sind zurzeit nicht geplant“, sagt ein Konzernsprecher.
Porsche
„Wir haben für die Baureihen Macan, Cayenne und Taycan attraktive Leasing-/ und Finanzierungskonditionen, die wir gemeinsame mit der Porsche Financial Services und unseren Handelspartnern anbieten. Ein konkretes Angebot erhalten Porsche Kunden und Interessenten in den Porsche Zentren“, sagt eine Konzernsprecherin.
Subaru

Subaru bietet zwei Maßnahmen an: eine Umweltprämie für sofort verfügbare Modelle und eine günstige Finanzierung für Neuwagen. Die Umweltprämie für den vollelektrischen Solterra beträgt 8500 Euro, die Aktion gilt bis 31.03.2026. Für Neuwagenkunden gibt es ein Finanzierungsangebot: 1,99 Prozent Zinsen.
Volkswagen

Volkswagen (im Bild oben der ID.3) bietet aktuell eine Prämie von bis zu 5000 Euro beim Kauf eines vollelektrischen Modells der ID-Familie – unabhängig von der staatlichen E-Autoförderung. Das Angebot gilt bis 31.03.2026 für private und gewerbliche Einzelkunden bei Kauf oder Finanzierung eines ID-Neuwagens (Bestell- und Lagerfahrzeuge). Für gewerbliche Einzelkunden gilt: Die Kaufprämie reduziert nicht den zur etwaigen Besteuerung zu veranlagenden Brutto-Listenpreis des Fahrzeugs.
XPeng

Für den XPeng G6 (Bild oben) und den G9 gibt es bis 31.03.2026 eine 0-Prozent-Finanzierung. Wer einen Gebrauchtwagen in Zahlung gibt, profitiert zusätzlich von einer Eintauschprämie in Höhe von 3000 Euro. Die Finanzierung gilt für Privat- und Gewerbekunden (ausgenommen Flotten und Großunternehmen). „Mit einem Doppelschlag für unser SUV-Doppel versüßen wir den Kunden den Jahresauftakt“, erklärt XPeng-Central-Europe-Geschäftsführer Markus Schrick. Kunden können dabei aus Laufzeiten zwischen zwölf und 48 Monaten wählen. Der XPeng G6 startet bei einer Laufzeit von 48 Monaten und einer Gesamtlaufleistung von 40.000 Kilometern mit einer monatlichen Rate ab 446 Euro brutto (Anzahlung 4000 Euro), für den größeren G9 werden ab 548 Euro brutto berechnet (Anzahlung 6000 Euro).
Fotos: Pixabay, Hersteller
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