Formel E beendet zwölfte Saison mit Doubleheader in London. Pascal Wehrlein ist neuer Fahrer-Weltmeister, Jaguar holt den Team-Titel. Saison 13 mit Newcomer Opel.
Die Formel E hat ihre zwölfte Saison mit einem Doubleheader in London beendet. 17 Rennen in elf Städten standen im diesjährigen Saisonkalender. Wie in den vergangenen Jahren haben die 20 Fahrer aus zehn Teams das Rennen um die Weltmeisterschaft bis zum letzten Saisonrennen spannend gemacht. Vor dem letzten Rennwochenende hatten neun Piloten rechnerisch die Möglichkeit auf den Weltmeistertitel. Elf Fahrer aus neun Teams siegten in der aktuellen Saison — einzig Envision stellte keinen Sieger, bei Porsche und Jaguar konnten jeweils beiden Piloten gewinnen. 17 der 20 Fahrer und alle Teams standen während der Saison mindestens ein Mal auf dem Podium.
Mit einem Sieg am Samstag setzte sich Porsche-Pilot Pascal Wehrlein an die Spitze des Fahrerfeldes und beim letzten Saisonrennen starteten mit Pascal Wehrlein, Jake Dennis und Mitch Evans drei Fahrer ins Rennen um die Fahrer-Weltmeisterschaft.

Taylor Barnard, DS Penske
Am Sonntag feierte der 22-jährige Taylor Barnard seinen ersten Formel-E-Sieg und ist der jüngste Sieger in der zwölfjährigen Formel-E-Geschichte. Es war gleichzeitig das letzte Rennen für Barnards Team DS, das seine elfjährige Formel-E-Geschichte mit einem Sieg beenden. „Wir haben die Saison mit einem Sieg abgeschlossen, und ich bin nun der jüngste Sieger in der Geschichte der Formel E. Das ist ein unbeschreibliches Gefühl“, sagt London-Sieger Bernard. „Das gesamte Team hat sich dieses Ergebnis nach all der harten Arbeit, die es in dieser herausfordernden Saison geleistet hat, so sehr verdient.“
Beim spannenden Sonntagsrennen wurde mit harten Bandagen um die Plätze und die Weltmeistertitel gekämpft.
Fahrer-Weltmeister Pascal Wehrlein

Formel-E-Weltmeister Pascal Wehrlein
Pascal Wehrlein sichert sich mit dem Sieg am Samstag und einem punktlosen 14. Platz am Sonntag seinen zweiten Formel-E-Weltmeistertitel (169 Punkte) vor Jake Dennis (164 Punkte) und Mitch Evans (160 Punkte). „Ich bin unheimlich stolz darauf, wie wir am Wochenende abgeliefert haben und wie wir dem Druck standgehalten haben“, sagt Weltmeister Wehrlein. „In den ersten 15 Saisonrennen haben wir die Messlatte sehr hoch gelegt; heute haben wir den Job zu Ende gebracht. Ich möchte allen im Team und allen im Werk danken, die geholfen haben, dieses Rennauto zu bauen.“
Wehrlein gewann die Meisterschaft bereits 2023/24 und ist nach Jean-Éric Vergne erst der zweite Fahrer, der zwei Mal den Titel in der vollelektrischen Rennserie gewinnt. Vergne sicherte sich den Titel in Saison vier und fünf — damals fuhr die Formel E aber noch nicht um die FIA-Weltmeisterschaft.
In den vergangenen zwölf Jahren krönten sich insgesamt zehn unterschiedliche Fahrer mit dem Fahrertitel — und acht der Titelgewinner waren auch in der aktuellen Saison am Start.
Team-Weltmeister Jaguar

Jaguar-Renndirektor Gary Ekerold feiert mit Jaguar-Teammitgliedern die Team-Weltmeisterschaft
Auch die Team-Weltmeisterschaft wurde erst im allerletzten Saisonrennen entschieden. Jaguar sicherte sich mit den Plätzen vier (Mitch Evans) und 15 (António Félix da Costa) nach 2023/24 zum zweiten Mal den Team-Titel. Mit 288 Punkten siegte das britische Team vor Porsche (271 Punkte) und Mahindra (252 Punkte). Mahindra sicherte sich durch die Plätze zwei (Nyck de Vries) und drei (Edoardo Mortara) beim Saisonfinale den dritten Platz in der Teamwertung.
Hersteller-Weltmeister Porsche

Hersteller-Weltmeister Porsche
Bereits beim 15. Saisonrennen in Tokio verteidigte Porsche den Hersteller-Titel. Beim Hersteller-Titel zählen die Ergebnisse aller Teams, die mit dem gleichen Antriebsstrang fahren. Neben dem Porsche-Werksteam trugen auch die Kundenteams Andretti und Cupra Kiro zum Erfolg bei. Knapp 100 Punkte trennten Weltmeister Porsche vom zweitplatzierten Jaguar (Jaguar und Envision Racing, 400 Punkte). Stellantis (Citroën und DS Penske) belegt mit 292 Punkten Rang drei der Hersteller-Weltmeisterschaft.
Saisonfinale
Das Saisonfinale in London beendete nicht nur die zwölfte Formel-E-Saison. Es war auch das letzte Rennen der Gen3Evo-Boliden, das letzte Formel-E-Rennen für DS und für das Gründungsteam Abt sowie das letzte Rennen der beiden Formel-E-Legenden Sébastien Buemi und Lucas di Grassi, das letzte Rennen von Mitch Evans bei Jaguar und das vorerst letzte Rennen in der Messehalle in London.
Zwei Champions beenden Karriere
Mit Lucas di Grassi und Sébastien Buemi beenden zwei Aushängeschilder der vollelektrischen Rennserie ihre Formel-E-Karrieren. Beide Fahrer starten seit der ersten Saison in der vollelektrischen Rennserie und feierten in der zweiten (Buemi) und dritten Saison (di Grassi) den Formel-E-Fahrertitel. Buemi feierte mit seinem Team Renault e.dams außerdem drei Team-Titel.

Lucas di Grassi nach seinem 2026-Sieg in Shanghai
Die Karriere von Lucas di Grassi endete mit zwei technischen Ausfällen in London, seinen Saisonhöhepunkt feierte der 42-Jährige bereits mit seinem 14. Formel-E-Sieg in Shanghai. „Es war kein Traumfinale – das Auto hatte ein elektrisches Problem, und ich musste am Ende der Geraden anhalten“, sagt di Grassi. „Dennoch bin ich sehr glücklich, diese zwei Jahre bei Lola verbracht zu haben. Vielen Dank an die Ingenieure, die Mechaniker und das Management für die großartige Unterstützung und für alles, was wir in diesen zwei Jahren gemeinsam aufgebaut haben.“ Sein Team Lola Yamaha Abt bedankte sich beim Brasilianer mit einem Fahrzeug in Speziallackierung (unser Aufmacherbild) und dem Spruch auf dem Halo: „Lucas,your legacy is unmatched.“ Die Lackierung ist ein Mosaik aus all seinen Formel-E-Lackierungen seiner zwölfjährigen Karriere.
13. Saison: Neue Boliden, neue Austragungsorte
Am 18. Dezember startet die Formel E in ihre 13. Saison, 21 Rennen auf vier Kontinenten stehen im Saisonkalender. Erstmals finden Rennen in Austin (USA) und Zandvoort (Niederlande) statt. Die Saison startet mit einem Doubleheader in Jeddah (Saudi-Arabien) und endet im Juli 2027 mit einem Doubleheader in Tokio (Japan).
Am 8. und 9. Mai finden erneut zwei Rennen in Berlin statt, die deutsche Hauptstadt bleibt damit der einzige Ort, an dem in bisher allen Saisons mindestens ein Formel-E-Rennen stattgefunden hat. Auch in Großbritannien macht die Serie einen Stop, allerdings nicht mehr direkt in London, sondern südöstlich der Hauptstadt auf der Rennstrecke Brands Hatch.
Gen4
Das Saisonfinale in London war auch das letzte Rennen für die Formel-E-Boliden der dritten Generation Gen3 Evo. Im April wurden bereits die neuen Boliden auf dem Circuit Paul Ricard in Frankreich vorgestellt, die ab der kommenden Saison an den Start geht: der Gen4. Bis 2030 fahren die Teams in den neuen vollelektrischen Boliden, die im Rennmodus über 612 PS (450 kW) und im Qualifying- und Attack-Modus über 816 PS (600kW) verfügen — 340 PS (250 kW) mehr als die aktuellen Fahrzeuge. Und das bei einem Gewicht von 954 Kilogram ohne und 1036 Kilogram mit Fahrer.
Die Gen4-Fahrzeuge beschleunigen in 1,8 Sekunden auf 100 km/h und können eine Höchstgeschwindigkeit von 330 km/h erreichen. Zusätzlich sorgt der permanente Allradantrieb für mehr Grip. Und auch die Energierückgewinnung wird auf 700 kW erhöht und erhöht so Effizienz und Reichweite der Boliden. Ebenfalls verbessert sich die Ladeleistung auf 600 kW.
„Der GEN4 zeigt, wie weit sich Elektrofahrzeuge weiterentwickelt haben”, sagt Porsche-Motorsport-Chef Thomas Laudenbach. „Als die Meisterschaft 2014 startete, benötigte jeder Fahrer zwei Autos pro Rennen. Eine Batterie allein reichte nicht aus, um die gesamte Renndistanz zu bewältigen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Seit 2024 entwickeln wir einen Rennwagen, der auf dem Niveau von Formel-2-Fahrzeugen liegt.“
Opel steigt ein

Théo Pourchaire und der Opel GSE 27 FE
Mit den neuen Rennboliden ändert sich auch das Starter-/Teilnehmerfeld. Opel geht mit neuem Team an den Start und ersetzt die Konzernschwester DS im Fahrerfeld, die sich nach elf Jahren und vier Titeln mit dem Sieg von Taylor Barnard aus der vollelektrischen Serie verabschiedet hat. „Die Teilnahme an der Formel E markiert einen neuen Meilenstein für Opel auf dem Weg in eine elektrische Zukunft“, sagt Opel-Chef Florian Huettl. „Der Start von GEN4-Rennwagen in der Formel E ab der kommenden Saison ist für uns genau der richtige Zeitpunkt, um in diesen spannenden vollelektrischen Rennzirkus einzusteigen.“ Mit Théo Pourchaire setzt Opel auf einen Formel-2-Weltmeister und mit Sophia Flörsch hat Opel auch schon eine Test- und Entwicklungsfahrerin verpflichtet.
Nach zehn Jahren endet die Zeit von Mitch Evans bei Jaguar. Das britische Team verabschiedete seinen langjährigen Fahrer mit einem Spot auf Instagram, der an die berühmte „Love Actually“-Szene mit den handgeschriebenen Botschaften angelehnt ist. Für die kommende Saison wird Evans als möglicher Fahrer des neuen Opel-Teams gehandelt.
Evans ist nicht der einzige Fahrer, der in der kommenden Saison in einem neuen Auto sitzen wird. Envision trennt sich von beiden Fahrern — Buemi wechselt die Seiten und ist zukünftig als Envision-Berater Teil der vollelektrischen Rennserie, sein Teamkollege Joel Eriksson wird Envision-Testfahrer. DS-Penske-Pilot Maximilian Günther verlässt das Team nach dieser Saison und auch Norman Nato und Nissan gehen getrennte Wege. Während Günther weiter in der Formel E fahren wird, verlässt Nato die Serie.
Lola und Abt beenden ihre Zusammenarbeit nach der aktuellen Saison. Mit Abt verlässt ein Gründungsteam die Formel E. „Zunächst möchte ich mich bei ABT dafür bedanken, dass sie uns in unseren ersten beiden Saisons in dieser Rennserie so tatkräftig unterstützt haben – ohne sie hätten wir unseren ersten Podiumsplatz und unseren ersten Rennsieg nicht so schnell erreichen können“, sagt Lola-Yamaha-Abt-Teamchef Mark Preston. Lola startet auch in der kommenden Formel-E-Saison.
Welches Team mit welchem Fahrerduo an den Start geht, entscheidet sich final bis zum Saisonstart im Dezember.
Fahrer-Weltmeisterschaft 2025/26
| 1. | Pascal Wehrlein, Porsche Formula E Team | 169 Punkte |
| 2. | Jake Dennis, Andretti Formula E | 164 Punkte |
| 3. | Mitch Evans, Jaguar TCS Racing | 160 Punkte |
| 4. | Oliver Rowland, Nissan Formula E Team | 137 Punkte |
| 5. | Edoardo Mortara, Mahindra Racing | 137 Punkte |
| 6. | António Félix da Costa, Jaguar TCS Racing | 128 Punkte |
| 7. | Nyck de Vries, Mahindra Racing | 115 Punkte |
| 8. | Nick Cassidy, Citroën Racing | 114 Punkte |
| 9. | Nico Müller, Porsche Formula E Team | 102 Punkte |
| 10. | Sébastien Buemi, Envision Racing | 97 Punkte |
| 11. | Taylor Barnard, DS Penske | 68 Punkte |
| 12. | Jean-Éric Vergne, Citroën Racing | 68 Punkte |
| 13. | Josep Maria Martí, Cupra Kiro | 66 Punkte |
| 14. | Felipe Drugovich, Andretti Formula E | 65 Punkte |
| 15. | Dan Ticktum, Cupra Kiro | 62 Punkte |
| 16. | Joel Eriksson, Envision Racing | 55 Punkte |
| 17. | Lucas di Grassi, Lola Yamaha Abt Formula E Team | 32 Punkte |
| 18. | Maximilian Günther, DS Penske | 23 Punkte |
| 19. | Norman Nato, Nissan Formula E Team | 20 Punkte |
| 20. | Zane Maloney, Lola Yamaha Abt Formula E Team | 3 Punkte |
Team-Weltmeisterschaft 2025/26
| 1. | Jaguar TCS Racing | 288 Punkte |
| 2. | Porsche Formula E Team | 271 Punkte |
| 3. | Mahindra Racing | 252 Punkte |
| 4. | Andretti Formula E | 229 Punkte |
| 5. | Citroën Racing | 182 Punkte |
| 6. | Nissan Formula E Team | 157 Punkte |
| 7. | Envision Racing | 152 Punkte |
| 8. | Cupra Kiro | 128 Punkte |
| 9. | DS Penske | 91 Punkte |
| 10. | Lola Yamaha Abt Formula E Team | 35 Punkte |
Hersteller-Wertung 2025/26
| 1. | Porsche | 498 Punkte |
| 2. | Jaguar | 400 Punkte |
| 3. | Stellantis | 292 Punkte |
| 4. | Mahindra | 251 Punkte |
| 5. | Nissan | 189 Punkte |
| 6. | Lola | 85 Punkte |
Formel-E-Saisonkalender 2026/27
| 18. & 19. Dezember 2026 | Rennen 1 &2 | Jeddah, Saudi-Arabien | Jeddah Corniche Circuit |
| 16. Januar 2027 | Rennen 3 | Mexiko-Stadt, Mexiko | Autódromo Hermanos Rodríguez |
| 06. Februar 2027 | Rennen 4 | Austin, USA | Circuit of The Americas (COTA) |
| 20. Februar 2027 | Rennen 5 | Miami, USA | Miami International Autodrome |
| 13. März 2027 | Rennen 6 | São Paulo, Brasilien | Anhembi Sambadrome Circuit |
| 17. April 2027 | Rennen 7 | Sanya, China | Haitang Bay Circuit |
| 01. & 02. Mai 2027 | Rennen 8 & 9 | Monaco, Monaco | Circuit de Monaco |
| 08. & 09. Mai 2027 | Rennen 10 & 11 | Berlin, Deutschland | Tempelhof Airport Street Circuit |
| 29. & 30. Mai 2027 | Rennen 12 & 13 | London, Großbritannien | Brands Hatch |
| 18. & 19. Juni 2027 | Rennen 14 & 15 | Zandvoort, Niederlande | MASCOT Zandvoort Circuit |
| 26. & 27. Juni 2027 | Rennen 16 & 17 | Madrid, Spanien | Circuito de Madrid Jarama-RACE |
| 10. & 11. Juli 2027 | Rennen 18 & 19 | Shanghai, China | Shanghai International Circuit |
| 24. & 25. Juli 2027 | Rennen 20 & 21 | Tokio, Japan | Tokyo Street Circuit |
