Polestar 5 Performance: Fahrbericht

Unterwegs im neuen Flaggschiff von Polestar. Fahrebricht: Polestar 5 Performance.

Polestar hat in den ersten neun Monaten 2026 weltweit 44.790 Fahrzeuge verkauft, davon 3.808 Fahrzeuge in Deutschland. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist das ein weltweites Wachstum von 0,6 Prozent, in Deutschland verbessert Polestar seine Verkäufe um 16 Prozent. „Die Entwicklung in den ersten neun Monaten zeigt, dass wir in Deutschland auf dem richtigen Weg sind“, sagt Polestar-Deutschland-Chef Jan Grindemann. „Gleichzeitig haben wir unser Vertriebsnetz innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und Polestar damit für deutlich mehr Menschen vor Ort erlebbar gemacht. Dieses Momentum wollen wir nutzen, um unsere Position im deutschen Markt weiter zu stärken und nachhaltig zu wachsen.“

Polestar ist eine Elektroautomarke mit Hauptsitz in Göteborg (Schweden) und Teil der chinesischen Geely-Gruppe. Seit dem vergangenen Jahr baut der Elektroautohersteller seine Verkaufsstellen nach einer Strategieänderung weiter aus: weg von den eigenen innerstädtischen Standorten in Großstädten, hin zu konventionellen Autohäusern. Aktuell hat Polestar 17 Händler und 200 Servicepunkte in Deutschland. Insgesamt ist der Elektroautohersteller in 31 Märkten erhältlich, der Fokus liegt aber auf Europa, dort werden circa 80 Prozent der Elektrofahrzeuge verkauft.

Aktuell haben Kunden die Wahl zwischen vier Polestar-Modellen, die nach ihrem Erscheinungsdatum aufsteigend nummeriert sind: Polestar 2, 3, 4 und 5. Vom Polestar 4 ist in Kürze auch eine SUV-Variante erhältlich und der Polestar 7 soll 2028 auf den Markt kommen.

Das neueste Modell ist der Polestar 5, der vor einem Jahr auf der Internationalen Automobilausstellung (IAA) in München vorgestellt wurde. Seitdem sind die Bestellbücher für das neue Flaggschiff der Marke offen, seit diesem Monat folgen die ersten Auslieferungen. „Der Polestar 5 ist unsere Marke auf Rädern“, sagt Polestar-Deutschland-Sprecherin Anna Wesolowski. Der neue Polestar 5 erinnert stark an die 2020 vorgestellte Studie Precept. Im November wird eine neue Konzeptstudie ihre Premiere feiern und einen weitern Blick in die Polestar-Zukunft zeigen.

Wir waren mit dem Topmodell des vierten Serienmodells unterwegs, dem Polestar 5 Performance.

Das Auto

650 kW (884 PS), 1015 Nm Drehmoment, in 3,2 Sekunden von null auf 100 km/h. Das sind die Leistungsdaten des Polestar 5 Performance. Viel mehr muss man eigentlich nicht sagen. Das ist Leistung ohne Ende, die beim Elektroauto (mit diesem Drehmoment) auch direkt zur Verfügung steht. Der Polestar 5 ist ein Luxus-GT mit Allradantrieb und bietet Fahrspaß ohne Ende, nicht nur dank des direkten Antritts, sondern auch weil das Fahrzeug satt auf der Straße liegt. Der 5,09 Meter lange GT ist der erste Polestar, für den die neue Plattform Performance Architektur (PPA) entwickelt wurde. Die Alu-Karosserie ist geklebt und dadurch leichter und steifer als bei anderen Verfahren. Auch der Motor wurde neu entwickelt, um eine bessere Performance zu erreichen. Das Ergebnis sind insgesamt 650 kW an Vorder- und Hinterachse. Über den Touchscreen können die Lenkung, der Antrieb, die Federung und das One-Pedal-Driving eingestellt und an das individuelle Fahrgefühl angepasst werden.

Das Fahrzeug soll Autoenthusiasten ansprechen, die Spaß am (elektrischen) Fahren haben und kein Vernunft-, sondern ein Spaßauto suchen. Gleichzeitig setzt Polestar, ganz nach der Firmenphilosophie, auf skandinavisches Understatement. Auffällige Spoiler und Embleme sucht man vergebens, die Kunst des Weglassens ist seit Beginn Teil der Design-Philosophie — sowohl außen als auch innen ist das Fahrzeug zurückhaltend clean. Optisch fällt schnell die fehlende Heckscheibe in den Blick, sitzt man im Auto, vergisst man diese Besonderheit recht schnell — eine Rückfahrkamera liefert das Bild für den virtueller Rückspiegel, der während der Fahrt den sicheren Blick nach hinten gewährleistet. Beim Einparken helfen zwölf Ultraschallsensoren und zwölf Kameras, die ein 360-Grad-Bild auf den vertikalen Infoscreen projizieren. 

Die Einstiegsvariante des Polestar 5 heißt übrigens Dual Motor, verfügt über 550 kW (748 PS), 812 Nm und beschleunigt in 3,9 Sekunden von null auf 100 km/h.

Laden und Verbrauch

Der 112-kWh-Akku besteht aus acht Modulen mit insgesamt 192 Zellen und sorgt laut WLTP für Reichweiten von bis zu 558 Kilometern, was im Idealfall einem Verbrauch von 21,2 kWh/100 km entspricht. Für die 141 Testkilometer unterbot der 5 Performance diesen Wert und benötigte 19,5 kWh, allerdings beinhaltet die Teststrecke viele Überlandpassagen und wenig Autobahn. Dennoch ein guter Wert für einen 2,5 Tonnen schweren und extrem leistungsstarken Sportwagen. 

Polestar setzt bei seinem neuesten Modell auf die 800-Volt-Technik, an geeigneten Schnellladesäulen lädt der Schwede mit der Ziffer 5 mit bis zu 350 kW. Innerhalb von 22 Minuten lädt die Lithium-Ionen-NMC-Batterie vom südkoreanischen Batteriehersteller SK On von 10 auf 80 Prozent. Steht keine Schnellladesäule zur Verfügung, lädt der Polestar 5 mit 11 kW, eine volle Akkuladung dauert dann 11 Stunden.

In der leistungsmäßig etwas moderateren Modellversion Dual Motor sorgt die gleiche 112-kWh-Batterie laut Datenblatt für bis zu 678 Kilometer Reichweite.

Auf die Batterie gibt Polestar eine Garantie: Sinkt der State-of-Health (SoH) innerhalb der ersten 8 Jahre oder 160.000 Kilometer (je nachdem, was zuerst eintritt) unter 70 Prozent der ursprünglichen Kapazität, wird der Stromspeicher kostenlos repariert oder ersetzt.

Das Raumangebot

Mit 5,09 Metern Länge und 2,02 Metern Breite ist der Polestar 5 ein großer GT. Hinter dem Lenkrad wirkt der Elektrosportwagen jedoch deutlich handlicher, als es seine Abmessungen vermuten lassen.

Im Innenraum zeigt sich dann die Größe, Fahrer und Beifahrer, aber auch bis zu drei Passagiere im Fond haben viel Platz. Der Mittelsitz auf der Rückbank ist allerdings eher ein Notsitz, während Beifahrer auf den beiden äußeren Hintersitzen dank etlicher Extras sehr bequem reisen. 

Der Kofferraum fasst 365 Liter, klappt man die Rücksitzlehnen um, entsteht auf einer ebenen Ladefläche ein Fassungsvolumen von 1128 Liter. Praktisch ist der bei Polestar übliche Frunk in der Front, in den beim 5 dank eines Fassungsvermögens von 52 Liter auch ein Handgepäckkoffer passt.

Cockpit und Infotainment

Der Innenraum folgt dem für Polestar typischen, aufgeräumten Design mit hochwertigen Materialien. Im Mittelpunkt steht der 14,5 Zoll große hochformatige Touchscreen in der Mittelkonsole. Über ihn werden nahezu alle Fahrzeugfunktionen gesteuert – zum Beispiel die Fahrassistenzsysteme (inklusive der One-Pedal-Optionen, Lenkung etc.), das Infotainment, die Klimatisierung und die Einstellung der Außenspiegel.

Wer bereits ein Polestar-Modell gefahren ist, findet sich schnell zurecht. Während die Bedienung im Stand intuitiv gelingt, erfordert sie während der Fahrt mitunter etwas Aufmerksamkeit, da klassische Schalter weitgehend fehlen.

Alle relevanten Fahr-Informationen gibt es auf dem 9 Zoll große Fahrerdisply und dem Head-up-Display. Wie immer setzt Polestar auf die Googletechnik — sowohl beim Google-KI-Assistenten Gemini als auch der Navigation mit Google Maps. Wer bereits Android Auto oder Google Maps nutzt, findet sich deshalb sofort zurecht. 

Preis

Der Polestar 5 Performance kostet 141.600 Euro, der Dual Motor startet bei 118.600 Euro.

Fotos: Polestar

 

motorfuture E-Autos im TEST

 

motorfuture SCHAUFENSTER

motorfuture LEXIKON a

motorfuture Von A bis Z

Franziska Weber