Extreme E

Neue Offroad-Rennserie mit Elektro-SUVs startet im März 2021. In neun Teams treten 18 Frauen und Männer mit- und gegeneinander an. Ziel der Rennserie: Klimaschutz, Förderung der Elektromobilität und Gleichberechtigung.

Lewis Hamilton und Nico Rosberg treten ab 2021 wieder gegeneinander an. Diesmal allerdings weder als Teammitglieder noch als Fahrer. Beide Formel-1-Weltmeister haben mit Rosberg Extreme Racing (Rosberg) und X44 (Hamilton) einen Rennstall gegründet. Ob das der Rivalität einen Abbruch tun wird, zeigt sich ab März 2021. Dann startet die ersten Extreme-E-Saison, in der neun Teams mit 18 Fahrerinnen und Fahrern an den entlegensten Orten auf Offroad-Strecken in Elektro-SUVs gegeneinander antreten. 

Agags zweite vollelektrische Rennserie

Der Countdown läuft, die Spannung steigt, denn Extreme E ist nach der Formel E die zweite vollelektrische Rennserie, die Alejandro Agag ins Leben ruft. Das Rennkonzept ist auch hier völlig neu. Neun Teams treten mit je zwei Piloten im selben Auto an – eine Besonderheit ist, dass die Teams aus einer Frau und einem Mann bestehen, die je eine Rennrunde hinter dem Steuer sitzen. Frauen und Männer treten also nicht nur mit-, sondern auch gegeneinander an. „Das Rennformat wird großartig“, sagt Extreme-E-Gründer Agag.

Semifinale und Crazy Race

Die Rennwochenenden bestehen aus zwei Qualifyings, in denen sich die besten vier Teams für das Semifinale qualifizieren, die restlichen Teams treten im Crazy Race gegeneinander an. Im Finale starten vier Teams — die besten drei Semifinal-Teams und der Sieger des Crazy Race. Die Rennen bestehen jeweils aus zwei Runden und circa 16 Offroad-Kilometer, nach der ersten Runde wechseln die Fahrer das Steuer. In welcher Reigenfolge die beiden Fahrer die Start- und die Schlussrunde bestreiten, bleibt den Teams überlassen. „Extreme E unterstützt unsere Philosophie der Gleichberechtigung von Frauen im Motorsport, für die wir seit Jahren kämpfen“, sagt die FIA-Women-in-Motorsport-Präsidentin Michèle Mouton. „Wir unterstützen es sehr, dass Frauen die Möglichkeit haben in einem gemischten Feld anzutreten und wir sind sehr zufrieden mit dieser großartigen Gelegenheit.“

Bisher haben einzig die beiden US-amerikanischen Teams Andretti United Extreme E und Chip Ganassi Racing ihr komplettes Fahrer-Line-up vorgestellt. Für Andretti United Extreme E sitzen Catie Munnings und Timmy Hansen hinter dem Lenkrad, im Cockpit von Chip Ganassi Racing sitzen Sara Price und Kyle Leduc. Der fünfte bestätigte Fahrer der Extreme-E-Debutsaison ist Mattias Ekström, der für Abt an den Start geht. Die Cockpits der restlichen sechs Teams (HWA, QEV, RXR, Team Techeetah, Veloce Racing und X44) sind noch frei.

Elektro-SUV Odyssey 21 mit 550 PS

Gleichberechtigung ist ein Ziel von Extreme E. Ein weiteres Ziel ist die Förderung von Elektromobilität. In der Debutsaison starten die neun Teams in Einheitsfahrzeugen von Spart Racing Technology, dem Elektro-SUV Odyssey 21. 550 PS treiben den 4,4 Meter langen und 1650 Kilogramm schweren Elektro-SUV an und ermöglichen eine Höchstgeschwindigkeit von 200 km/h. Die 400 Kilogramm schwere im Heck sitzende 800-Volt-Batterie beschleunigt den Offroad-Rennwagen in 4,5 Sekunden von Null auf 100 km/h. Ab Saison drei sollen die Teams die Möglichkeit haben, ihren eigenen Antriebsstrang zu entwickeln. Diese Regel, die der Kostenreduktion dient, ist von der Formel E adaptiert — für Spannung ist dank der identischen Technik also voraussichtlich gesorgt.

Plattform für Klima-Bewusstsein

Der Klimawandel ist das Hauptziel von Extreme E. „Wir wollen den Motorsport als Plattform nutzen, um das Klima-Bewusstsein zu maximieren“, sagte Extreme-E-Gründer Agag beim Launch der Elektro-Offroad-Rennserie. Deshalb finden die fünf Rennen an Orten statt, die bereits vom Klimawandel gezeichnet sind: Al Ula (Saudi Arabien), Lac Rose (Senegal), Kangerulussusaq (Grönland), Para (Brasilien) und Patagonien (Argentinien).

Der Materialtransport soll vor diesem Hintergrund so umweltfreundlich wie möglich organisiert werden. Die Extreme-E-Macher haben das Frachtschiff St. Helena umgebaut, um das Equipment von Rennen zu Rennen, von Kontinent zu Kontinent zu befördern.

Für den Transport der spektakulären Idee soll nicht zuletzt die Motorsport-Prominenz im Serien-Boot sorgen. „Ich wollte schon immer mein eigenes Team haben“, erklärt der siebenfache Formel-1-Weltmeister Hamilton: „Extreme E gibt mir die Möglichkeit, meine Liebe zum Motorsport und zu unserem Planeten zu verbinden.“

 

Saisonkalender 2021

20.-21. März 2021 Desert X Prix Al Ula, Saudi Arabien
29.-30. Mai 2021 Ocean X Prix Lac Rose, Senegal
28.-29. August 2021 Arctic X Prix Kangerulussusaq, Grönland
23.-24. Oktober 2021 Amazon X Prix Para, Brasilien
11.-12. Dezember 2021 Glacier X Prix Patagonien, Argentinien

 

Teams

Abt (Deutschland)

Andretti United Extreme E (USA)

Chip Ganassi Racing (USA)

HWA (Deutschland)

QEV (Spanien)

RXR (Rosberg Extreme Racing, Deutschland)

Team Techeetah (Indonesien)

Veloce Racing (UK)

X44 (UK) 

Franziska Weber