Akkus auch nach vielen Kilometern erstaunlich gut in Form

Unabhängige Studie zur Haltbarkeit von Traktionsbatterien. SoH-Werte nach 50.000, 100.000, 150.000 Kilometern. Im Vergleich: Hyundai Ioniq 5, Nissan Leaf, Tesla Y, VW ID.4. 

Traktionsbatterien von Elektroautos sind auch nach höheren und hohen Laufleistungen noch erstaunlich gut in Form. Zu diesem Ergebnis kommt eine Datenanalyse des österreichischen Akku-Test-Spezialisten Aviloo. Auf der Basis von rund 500.000 Einzeltests meldet die Datenbank des Unternehmens durchschnittliche Akku-SoH-Werte, die den Betrieb eins Elektroautos auch auf lange Sicht unproblematisch erscheinen lassen. SoH steht für State of Health und meint den aktuellen Zustand einer Traktionsbatterie in Bezug auf Ladefähigkeit und Reichweite.

Die Daten zeigen, dass der State of Health, also der Prozentsatz der ursprünglichen Batteriekapazität, zwischen dem besten und dem schlechtesten Fahrzeug eines Modells um bis zu 13,5 Prozent variieren kann. Die Testergebnisse basieren auf einem Algorithmus zur Berechnung der SoH-Kerndaten  eines Akkus.

Vier Modelle und ihre SoH-Performance

Der Hyundai Ioniq 5 zieht den Fahrstrom aus einem 72,6-kWh-Akku. Der SoH der Traktionsbatterie reicht von durchschnittlich 97,2 Prozent Kapazität nach 50.000 Kilometern bis 92,8 Prozent nach 150.000 Kilometern. Die Reichweite nimmt also ab, beträgt aber auch nach der Langstreckendistanz von 150.000 Kilometern immer noch 319 Kilometer. Allerdings: Die SoH-Streuung zwischen einzelnen Ioniq 5-Exemplaren beträgt bei 150.000 Kilometern rund 12 Prozent, das entspricht einer Differenz von etwas über 42 Kilometern Reichweite.

Der 40-kWh-Akku des Nissan Leaf ZE1 ist die kleinste Traktionsbatterie der vier Vergleichsmodelle und muss deshalb deutlich öfter geladen werden – keine ideale Voraussetzung für die Batteriegesundheit. Das richtige Leben lässt aber auch den Leaf erstaunlich gut aussehen. Der  SoH des 40-kWh-Akkus sinkt im Median nach 50.000 Kilometern auf 91,1 Prozent und nach 150.000 Kilometern auf 86,3 Prozent. Das sind zwar die niedrigsten Werte in diesem Modell-Vergleich und auch die SoiH-Streuung ist hier am größten: bis zu 13,5 Prozent, das entspricht einem Unterschied von rund 29 Kilometer Reichweite. Dennoch punktet der Leaf auch nach 150.000 Kilometern noch mit einer durchschnittlichen Reichweite von 185 Kilometern, auf der Kurzstrecke kann man den Nissan also praktisch ewig fahren.

Der 78,8-kWh-Akku des Tesla Model Y zeigt nach 50.000 Kilometern einen durchschnittlichen SoH-Wert von 94,5 Prozent, bei 150.000 Kilometern sind es noch 90,3 Prozent – das entspricht bei dieser sehr hohen Laufleistung immer noch einer realen Reichweite von 362 Kilometern. Einzelne Fahrzeuge der Modellreihe weichen davon um bis zu 11 Prozent State of Health ab, das bedeutet im schlechtesten Fall eine Minimierung der Reichweite um 46 Kilometer.

Sehr gute SoH-Werte auch für den 77-kWh-Akku des VW ID.4. Die Batteriegesundheit sinkt von durchschnittlich 95,3 Prozent nach 50.000 Kilometern um gerade mal 4,7 Prozent nach 150.000 Kilometern: 90,6 Prozent. Das bringt immer noch 354 Kilometer Reichweite. Die SoH-Schwankungsbreite beträgt beim ID.4 maximal 12 Prozent, auf der 150.000-Kilometer-Langstrecke sind das 45 Kilometer weniger Reichweite. Oder positiv formuliert: Auch im schlechtesten Fall schafft der Volkswagen nach 150.000 Kilometern noch über 300 Kilometer am Stück.

Chemie, Elektrotechnik, Energie: Aus solch einer Konstruktion ziehen die ID.-Modelle von Volkswagen den Fahrstrom für üppige Leistung und viele Kilometer. Illustrationen: motorfuture, Volkswagen

 

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