Logbuch Audi Q4 Sportback e-tron 40

Unterwegs mit dem Audi-Einstieg in die Elektromobilität. Praxistest.

  • 150 kW (204 PS), 310 Nm
  • Lithium-Ionen-Batterie 86 kWh (brutto), Ladeleistung (DC) 135 kW
  • Testverbrauch 19,7 kWh/100 km

Im vergangenen Jahr hat Audi weltweit insgesamt 118.196 Elektrofahrzeuge verkauft, das entspricht 7,2 Prozent der insgesamt 1.638.638 verkauften Autos im Jahr 2022. Audis Elektromodelle tragen den Namenszusatz e-tron zur klassischen Typenbezeichnung – seit 2019 ist der Zusatz einzig für Vollelektriker reserviert, davor trugen auch Plug-in-Hybride das Kürzel. Den Einstieg in die vollelektrische Audi-Welt bietet der Audi Q4 e-tron, der seit 2021 im Volkswagen-Werk in Zwickau gebaut wird und auf dem Modularen E-Antriebsbaukasten (MEB) des Volkswagen-Konzerns basiert. Im Werk in Zwickau werden neben Audi auch Vollelektriker der Konzernmarken Volkswagen und Seat gebaut.

 
Einstiegsvariante, schräges Dach

Wir waren zwei Wochen lang mit der Einstiegsvariante Q4 Sportback e-tron 40 unterwegs, Sportback bezeichnet die SUV-Karosserievariante mit dem schrägen Coupédach. 150 kW (204 PS), 310 Nm und eine Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h stehen bei der Basisversion mit Heckantrieb zur Verfügung. Für ein 2045 Kilogramm schweres Coupé-SUV klingt das erstmal nach relativ wenig Leistung, doch weil man beim Elektroauto das komplette Drehmoment direkt auf die Straße bringt, ist das völlig ausreichend. Für alle, die mehr Power wollen, stehen momentan zwei weitere Motorvarianten mit 195 kW und 220 kW zur Wahl. Inklusive Allradantrieb.

Fünf Fahrmodi

Den Fahrspaß hat man bereits mit der Basisvariante. Die Beschleunigung ist (elektroautotypisch) sehr gut, der Antritt direkt und die Höchstgeschwindigkeit von 160 km/h reicht im normalen Gebrauch auch aus – die Autobahnen sind voll und die meisten Kilometer werden auf Landstraßen und in der Stadt gefahren. Fünf Fahrmodi stehen zur Wahl: comfort, auto, efficiency, individual und dynamic. Im sparsamen efficiency-Modus ist die Höchstgeschwindigkeit auf 130 km/h gedrosselt, ansonsten riegelt der Q4 bei 160 km/h ab. Je sportlicher der Modus, desto straffer die Lenkung und das Fahrwerk. Mithilfe der Schaltwippen am Lenkrad kann die Rekuperationsstärke im Getriebeprogramm „D“ gesteuert werden. Alternativ kann Programm „B“ gewählt werden, dann rekuperiert der Q4 automatisch mit dem vorprogrammierten Bremsfallschirm – allerdings nicht bis zum Stillstand.

Nicht übel: 19,7 kWh/100 km

Die Energie schöpft der Q4 e-tron aus einer 76,6 kWh (netto; brutto: 82 kWh) Lithium-Ionen-Batterie, die aus zwölf Modulen besteht und auf der 1003 Kilometer langen Testfahrt Reichweiten von bis zu 389 Kilometern ermöglichte. Das ist zwar weniger als die WLTP-Herstellerangabe (bis zu 543 Kilometer), aber ein Durchschnittsverbrauch von 19,7 kWh auf 100 Kilometer ist für einen zwei Tonnen schweren SUV bei permanent laufender Klimaanlage ein sehr guter Wert. Die noch vorherrschende Reichweitenangst sollte bei der Kaufentscheidung also kein ausschlaggebender Punkt sein und wenn das Ziel jenseits der 350 Kilometer liegt, lässt sich die Batterie dank des Bordladers an Schnelladesäulen mit einer Leistung von 135 kW nachladen. Eingestöpselt bei fünf Prozent meldet der Stromzähler nach einer knappen halben Stunde 80 Prozent Ladestand.

Die Ladekabel müssen im Kofferraum verstaut werden, der eine zweite Ebene hat und insgesamt 543 Liter fasst – die Coupé-Variante des Q4 ist kein Stauraumwunder. Solange der Kofferraum leer ist, ist das kein Problem, ist der obere Kofferraum belegt, wäre ein Frunk (Front-Kofferraum) sehr vorteilhaft. Legt man die Rückbank ganz um, entsteht ein ebener Laderaum mit 1460 Litern Fassungsvermögen. Alternativ finden drei Personen auf der Rückbank Platz, wobei der Mittelsitz (wie immer) eher für die Kurzstrecke geeignet ist. Ansonsten ist die Rückbank bequem und bieten ausreichend Beinfreiheit. Auf den elektrisch verstellbaren Sport-Vordersitzen (optional) sitzen Fahrer und Beifahrer sehr bequem.

Gute Reise

Insgesamt lässt es sich im Q4 Sportback e-tron 40 gut und bequem reisen. Der Wagen liegt sehr gut auf der Straße, ist gut gefedert und die optional bestellbaren Assistenzsysteme erleichtern die Fahrt: Der E-SUV erkennt Verkehrszeichen im Voraus und passt die Geschwindigkeit automatisch an, der Abstands-Regeltempomat hält den Abstand zum Vordermann, das Navigationssystem plant Ladestopps in die Reiseroute und dank Augmented-Reality-Funktion weisen Pfeile im Head-up-Display den Weg.

Mit 1,87 Metern Breite ist der Q4 gar nicht so breit, wie er sich anfühlt, die Übersicht ist vor allem nach hinten nicht wirklich übersichtlich. Allerdings werden das Ein- und Ausparken und das Rangieren in engen Gassen dank der Kamera und den eingespielten Fahrlinien quasi zum Kinderspiel. Das massig wirkende Auto ist also tatsächlich wendig und sehr gut handelbar.

Gutes Feeling

Auch die Qualitätsanmutung im Innenraum ist gut. Das Infotainmentsystem ist intuitiv bedienbar, neben dem obligatorischen Touchscreen gibt es noch echte Schalter – zum Beispiel für die Klimaanlage. Das erleichtert die Bedienung enorm. Weitere Eingabemöglichkeiten sind die Sprachsteuerung und beim Navigationssystem die zusätzliche Handschrift-Option, die beide gut und einfach funktionieren und die Bedienung noch benutzerfreundlicher gestalten. Kleines Manko: Die Fahrassistenzsysteme werden über einen Hebel unter dem Blinker bedient, der für Leute mit kleineren Händen nur erreichbar ist, wenn das Lenkrad losgelassen wird.

Der Einstiegspreis des Audi Q4 Sportback e-tron 40 liegt bei 53.900 Euro. Kunden, die kein Coupé wollen, bekommen eine große Heckklappe mit viel Platz dahinter und sparen zudem 2000 Euro.

Audi Q4 e-tron im KATALOG e.

Fotos: motorfuture

Logbuch Praxistest: Peugeot e-208

Logbuch Praxistest: Cupra Born

Logbuch Praxistest: VW ID.4

Logbuch Praxistest: Mustang Mach-E

Logbuch Praxistest: MG ZS EV

Logbuch Praxistest: Honda e

Logbuch Praxistest: Volvo C 40 Recharge Pure Electric

Logbuch Praxistest: Polestar 2

 

motorfuture KATALOG e

motorfuture TEST

Franziska Weber